Ein Blick „hinter die Kulissen“

Seit 17. Dezember 2017 leitet Bezirksältester Stefan Weber aus Kaiserslautern den Bezirk Rhein-Pfalz. Mittlerweile hat er alle Gemeinden seines Arbeitsbereichs besucht und die Geschwister vor Ort kennen gelernt. Damit auch unsere Leser sich ein Bild von „dem Neuen“ machen können, habe wir im Redaktionsteam einen Blick hinter die Kulissen gewagt und Bezirksältesten Weber um ein Interview gebeten.


1. Als erstes interessiert uns, wer hinter dem Amt "Bezirksältester Stefan Weber" steckt? Wie leben Sie privat, was machen Sie beruflich? Bleiben nach Ihrer Arbeit für die Kirche noch Zeit für Hobbys? Wenn ja, welche sind das?

Hinter dem Amt steckt ein Ehemann und Familienvater eines 11jährigen Sohnes, der in die 6. Klasse geht. Wir wohnen in Kaiserslautern am Fuße des Betzenberges (einer der wichtigsten Berge in der Region, der leider nicht mehr so hoch ist wie in früheren Zeiten ;-) direkt am Waldrand. In dieser Stadt bin ich geboren und aufgewachsen. Ich gehe trotz meiner 52 Jahre immer noch zur Schule, da ich Lehrer geworden bin. Studiert habe ich die Fächer Mathematik und Physik. Zum Unterrichten habe ich mittlerweile weniger Zeit als früher, da ich als Schulleiter am Gymnasium in eine Vielzahl anderer Aufgaben eingebunden bin. Zeit für Hobbys habe ich leider nicht viel. Ich sollte mehr Sport treiben und etwas mehr Zeit zum Musizieren investieren. Im Winter gehe ich gerne zum Skifahren. Meine mir bleibende Zeit verbringe ich mit meiner Familie und liebe es, an einem freien Sonntagmittag gemeinsam mit meiner Frau zu kochen, spät zu essen, einen „ordentlichen“ Wein zu trinken und das Wochenende ausklingen zu lassen.

2. Wie "wird" man Bezirksältester? Gehen diesem Amtsauftrag gemeinsame Entscheidungsprozesse im Kreise der Bezirksämter voraus oder sagt der Apostel irgendwann seinen Besuch an und "eröffnet" die Pläne?

Ich kann nur beschreiben, wie es bei mir war. In der Adventszeit im Jahr 2006 waren mein damaliger Bezirksältester Friedbert Kreutz und ich (damals Bezirksevangelist) zu einem Gottesdienst nach Neustadt eingeladen, den Bezirksapostel Wend durchführte. Nach diesem Gottesdienst wurde mein Bezirksältester gefragt, ob er bereit sei, das Bischofsamt anzunehmen und ich das Bezirksältestenamt. Dies geschah jeweils in einem 4-Augen-Gespräch. Ein gemeinsamer Entscheidungsprozess fand im Vorfeld bei unseren Aposteln statt, wir wurden dabei nicht eingebunden. Mein persönlicher Entscheidungsprozess begann nach diesem Gespräch. Ich habe viel mit meiner Frau gesprochen und viel gebetet. Nach ein paar Tagen habe ich dem Bezirksapostel dann mit innerer Überzeugung und großem Gottvertrauen mein Ja-Wort gegeben. Am 14. Februar 2007 empfing ich dann in Kaiserslautern durch Bezirksapostel Wend das Bezirksältestenamt und wurde gleichzeitig beauftragt, als Bezirksvorsteher dem Bezirk Kaiserslautern zu dienen.

Heutzutage finden solche „Eröffnungsgespräche“ in der Regel während eines Seelsorgebesuches zu Hause statt. Ich finde es hilfreich und auch sinnvoll, die Ehefrau gleich mit einzubinden.

3. Vor gut 5 Jahren wurde der westliche Teil von Rheinland-Pfalz in den Bezirk Saar-Pfalz integriert. Nun sind Sie wieder in Rheinpfalz und das in einem neuen Amtsauftrag, wieder "mit Leitungsfunktion". Was ging Ihnen ganz spontan durch den Kopf, als Sie von Ihrer neuen Aufgabe erfuhren?

Das kann ich ganz leicht beantworten. Als der Apostel mir und meiner Frau die Pläne "offenbarte" war ich zunächst irgendwo zwischen überrascht und - ganz ehrlich - auch erschrocken. Ich dachte dann aber "Gut, wenn das sein Wunsch ist, werde ich diesen Auftrag gerne erfüllen und mit Gottes Hilfe auch schaffen" und sagte dem Apostel zu.
Ich habe in den 5 Jahren, in denen ich mit den Brüdern aus Saar-Pfalz gearbeitet habe, viel Schönes erlebt und konnte mich wirklich gut hinter meinem Bezirksvorsteher, dem Bezirksältesten Harry Königstein, eingliedern. Dieser traf in Absprache mit uns Bezirksämtern die Entscheidungen, war als Bezirksvorsteher aber verantwortlich. Er war immer der erste Ansprechpartner, insbesondere für Schwierigkeiten und Probleme, fing vieles ab und stellte sich vor uns. Für mich war dies eine äußerst komfortable Situation, die ich wirklich genossen habe. Ich kannte ja den Unterschied zwischen Reihe 1 und Reihe 2! Jetzt bin ich wieder zurück in einer „Leitungsfunktion“, wobei mir der Begriff nicht gefällt. Ich habe aber viele Vorbilder und kann auf den gemachten Erfahrungen aufbauen.

4. Haben Sie sich Schwerpunkte in Ihrer Arbeit vorgenommen? Wer oder was liegt Ihnen besonders am Herzen?

Der Schwerpunkt meiner Arbeit früher und heute war und ist es, meinen Apostel bei seiner Arbeit zu unterstützen. Seelsorge steht für mich hierbei immer im Vordergrund. Nun ist es in meiner Funktion notwendig, dass ich auch in den administrativen Dingen versuche, die funktionierende Struktur zu erhalten und weiter zu optimieren. Hierbei helfen mir in vortrefflicher Weise die mit mir arbeitenden Bezirksämter und die Vorsteher.
In zahlreichen Zusammenkünften treffe ich mit den einzelnen Gruppen im Bezirk Absprachen, die helfen, das Zusammenleben und Zusammenarbeiten zu erleichtern. Mir ist wichtig, dass diejenigen, die sich einbringen, Freude an ihrer Arbeit haben und anderen Freude bereiten können. Die Kinder und die Jugend bilden dabei natürlich eine Gruppe, die mir besonders am Herzen liegt. Dort ist unsere Zukunft, dort sind die Vorsteher und Priester von morgen zu finden. Dort sind meine Seelsorger, die mich in der Zukunft seelsorgerisch betreuen werden.
Eine weitere wichtige Gruppe ist die der Bezirksämter und Vorsteher. Sie wirken vor Ort in den Gemeinden und sind die ersten, die wissen, dass der Arbeitsplatz verloren gegangen ist. Sie sind die ersten, die in die Trauerfamilie gehen, um zu trösten. Sie sind häufig auch die letzten, die nach getaner Arbeit die Kirche abschließen und vieles tun, das niemand sieht. Ihnen möchte ich mich zuwenden, sie unterstützen und ihnen Mut machen.
Wichtig ist auch die Öffentlichkeitsarbeit. Ich bin froh und dankbar, dass wir mit Gläubigen anderer Konfessionen ins Gespräch kommen, Gemeinsamkeiten entdecken und uns gegenseitig respektieren. Auf vielen Ebenen findet ein schöner Austausch statt. Dieser hilft, sich auch einmal wieder intensiv mit dem eigenen Glauben zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Andererseits trägt der Austausch dazu bei, Verständnis und Achtung für den Glaubensweg anderer zu entwickeln und Vorurteile abzubauen.

5. Gebietskirchen werden immer größer, Bezirke neu strukturiert und Gemeinden vor Ort zusammengelegt. Wie sehen Sie unterm Strich die Entwicklung? Werden in Zukunft Übertragungen mehr und mehr zur Regel und sind vielleicht sogar "Wohnzimmergottesdienste" per (Bild)Telefon angedacht?

Ich gebe zu, dass mir die Entwicklung schon manchmal Sorge macht. Es macht schon traurig, wenn man den Weg zu einer Kirche nicht mehr gehen kann, weil sie geschlossen ist. Es fehlen mir die Gemeinden, die ich früher besucht habe. Ich weiß, dass es vielen Brüdern und Schwestern genauso geht.
Andererseits haben wir vielerorts wieder funktionierende, lebensfähige Gemeinden, mit schönen Chören und auch Orchestern. Jugendliche und Kinder begegnen sich in den Gottesdiensten, Senioren treffen sich in einem größeren Kreis und knüpfen Freundschaften. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass manche Geschwister aus unterschiedlichen Gründen im wahrsten Sinn „auf der Strecke“ geblieben sind. Dies tut mir von Herzen leid.
Die Entwicklung der Gottesdienstbesuche spiegelt aber einen allgemeinen Trend wider, der auch in anderen Kirchen zu verzeichnen ist. Diesem müssen auch wir Rechnung tragen. Wenn ein Kirchengebäude geschlossen werden muss, sollten wir versuchen, den Geschwistern die Möglichkeit zu eröffnen, weiterhin „vor Ort“ Gottesdienste zu erleben. Dies kann auch in einem Wohnzimmer oder in einem anderen Raum geschehen. Gerade für ältere Menschen ist die Fahrt in eine entfernte Gemeinde eine Strapaze, der sie sich nicht mehr aussetzen können. Ich bin sicher, dass wir für die Zukunft individuelle Lösungen finden werden, die helfen, auch weiterhin Gottesdienste erleben zu können.

Die Fragen des Redaktionsteams (verantwortlich: C.Neiser) beantwortete Bezirksältester Weber schriftlich. Vielen Dank dafür!

KONTAKT

Neuapostolische Kirche Westdeutschland
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Kullrichstraße 1
44141 Dortmund

Telefon: +49 231 57700-0
Telefax: +49 231 57700-28

E-Mail: info@nak-bezirk-rheinpfalz.de

Kontakt

Impressum

 

 

   
   

GOTTESDIENSTE

Im Allgemeinen:

Sonntags: 9:30 Uhr

Mittwochs: 20:00 Uhr

 

Bitte ggf. Terminänderungen in den Kalendern der Gemeinden beachten

   

SONSTIGE LINKS

© 2018 - Neuapostolische Kirche Westdeutschland - AGI Rheinpfalz